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“Kassenhass” & “Einsicht” von 1935, mindestens haltbar bis 2006

11.09.06 um 17:12 von Thomas Paul

Eugen Roth wurde am 24. Januar 1895 in München geboren, er war Dichter und Journalist. Als er 1933 seine Stelle als Lokalredakteur verlor, schrieb er fortan Gedichte, die er um die Figur “Des Menschen” bereicherte. Seine Gedichte gefallen mir deshalb, weil er gut beobachtet und menschliche Schwächen mit Humor beschreibt. Seine Gedichte sind 2006 noch immer aktuell- Beispiele aus dem Jahre 1935:

Kassenhass

“Ein Mann, der eine ganze Masse
Gezahlt hat an die Krankenkasse,
Schickt jetzt die nötigen Papiere,
Damit auch sie nun tun das Ihre.
Jedoch er kriegt nach längrer Zeit
Statt baren Gelds nur den Bescheid,
Nach Paragraphenziffer X
Bekomme er vorerst leider nix,
Weil, siehe Ziffer Y,
Man dies und das gestrichen schon,
So daß er nichts laut Ziffer Z
Beanzuspruchen weiter hätt´.
Hingegen heißt´s nach Ziffer A,
Daß er vermutlich übersah,
Daß alle Kassen, selbst in Nöten,
Den Beitrag leider stark erhöhten
Und daß man sich mit gleichem Schreiben,
Gezwungen seh´, ihn einzutreiben.
Besagter Mann denkt, krankenkässlich,
In Zukunft ausgesprochen häßlich.”

mehr von Eugen Roth, 1935 aus der Sammlung “Ein Mensch”

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Kategorie(n): Sonstiges |